„Die Kraft des Windes ist spürbar, wenn eine Windenergieanlage anläuft und anfängt zu rotieren.“

Seit seiner Diplomarbeit hat Jürn Edzards, Sales Manager Brakes Wind Energy bei der KTR Brake Systems, mit dem Thema Wind zu tun. Damals steckte das Thema noch in den Kinderschuhen. Wie es heutzutage mit der Windbranche aussieht und welche Herausforderungen sie an uns und unsere Bremsen stellt, haben wir mit unserem Kollegen besprochen.

KTR Systems: „Jürn, würdest Du Dich bitte einmal vorstellen: Was machst Du bei der KTR Brake Systems und für welche Produktbereiche bist Du zuständig?“

Jürn Edzards: „Hier bei der KTR Brake Systems arbeite ich als „Sales Manager Brakes Wind Energy“ und bin für den weltweiten Vertrieb unserer Bremssysteme im Bereich der Windenergie verantwortlich. Dazu gehören auch technischen Klärungen, zum Beispiel bei begleitenden Prototypeneinbauten direkt bei Anlagenherstellern und auf Windenergieanlagen. Diese Mischung aus „Theorie und Praxis“ gefällt mir persönlich sehr gut. Man bekommt einen direkten Draht zu unseren Kunden und kann wesentlich besser auf deren Bedürfnisse eingehen.“

KTR Systems: „Der Bereich Wind ist für uns im Bereich Bremsen einer der wichtigsten. Woran liegt es, dass die Windbranche beinahe unersättlich Bremsen benötigt?“

Jürn Edzards
T: +49 5207 99161-30

Jürn Edzards: „Dass die Windbranche immer neue Bremsen benötigt, ist aus meiner Sicht nicht ganz richtig. Die Windenergiebranche stagniert weltweit gerade eher. In China wiederum boomt der Markt gerade noch, aber ein Ende ist auch dort abzusehen, da die Förderung dort nur noch bis Ende dieses Jahres läuft. Bei der KTR Brake Systems legen wir derzeit trotzdem ein rasantes Wachstum hin. Das ist meiner Meinung nach unserer gute Arbeit in Bezug auf Qualität und Kosten, die wir in den letzten Jahren geleistet haben, geschuldet. Dadurch konnten wir eine Vielzahl neuer und großer Kunden gewinnen, die mit uns sehr zufrieden sind. Außerdem arbeiten wir an zukunftsweisenden Projekten, so dass wir uns für die Zukunft gut gerüstet sehen.“

KTR Systems: „Gibt es unterschiedliche Arten von Bremsen in der Windenergieanlage und wenn ja, wann setzte ich welche ein?“

Jürn Edzards: „Es gibt zwei Arten von Bremsen: einmal die Rotorbremsen, die den Rotor mit seinen Blättern komplett zum Stillstand bringen und die sogenannten Yawbremsen. Der Begriff Yaw kommt aus dem englischen und bedeutet „Gieren“. Diese Bremsen sind dementsprechend dafür verantwortlich, dass im Betrieb das auftretende Giermoment gehalten wird und die Anlage sich nicht selbständig aus dem Wind dreht. Somit ist sichergestellt, dass die Windenergieanlage optimal Strom erzeugen kann.  Diese Bremsen sind unten am Maschinenhaus an der Drehverbindung zum Turm montiert.

Neben diesen Bremsentypen hat sich in den letzten Jahren ein weiteres „Bremsssystem“ etabliert, das eine gewisse permanente Vorspannung im Yaw Bereich erzeugt und die Anlage so sicher im Wind hält. Erwähnen möchte ich noch ein weiteres Produkt, das wir vertreiben, und zwar den Rotor Lock. Dieser dient dazu, den Rotor zu „verriegeln“, wenn er bis zum Stillstand abgebremst wurde. Dazu fährt er dann in die Bohrungen einer Scheibe ein, die an der Rotornabe befestigt ist. Das ist zwingend nötig, damit sicher Wartungsarbeiten in der Rotornabe ausgeführt werden können, ohne dass es zu Personenschäden kommt.“ 

KTR Systems: „Apropos Wartungsarbeiten. ‚Mal eben‘ zum Warten von Teilen in die Windenergieanlage klettern – das scheint keine gute Idee. Welche besonderen Herausforderungen siehst Du für unsere Produkte an dieser Stelle?“

Jürn Edzards: „In der Tat sollte die Wartung einer Windenergieanlage auf ein Minimum reduziert werden, um die Stillstandzeiten so kurz wie möglich zu halten. Für unsere Bremsen bedeutet das, dass wir sehr auf die Qualität der verwendeten Komponenten achten. Zum Beispiel setzen wir bei kritischen Bauteilen unseren hydraulischen Bremsen nur Dichtungen von renommiertesten Zulieferern ein. Außerdem wird jede Bremse, bevor sie unser Werk verlässt, einer protokolierten 100% Prüfung unterzogen.“

KTR Systems: „Zuletzt noch eine ganz persönliche Frage: Privat hast du ja auch mit Wind zutun, da du seit Jahren leidenschaftlicher Surfer bist. Glaubst du, daher kommt auch deine Begeisterung für Windkraft?“

 Jürn Edzards: „Beim Windsurfen fasziniert mich die Kombination: Die Kraft des Windes direkt zu spüren und sie dann zu nutzen, um mit hoher Geschwindigkeit über das Wasser zu gleiten. Das erzeugt ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit, das bei mir, auch nach Jahren noch, nach einem Tag auf dem Wasser ein langanhaltendes zufriedenes Lächeln hervorruft. Und genau diese Kraft des Windes ist spürbar, wenn eine Windenergieanlage anläuft und die Anlage anfängt zu rotieren. „Beruflich“ habe ich übrigens schon seit meiner Diplomarbeit mit der damals quasi noch in den Kinderschuhen steckenden Windenergie zu tun. Damals hießen die Anlagen auch noch Windkraftanlagen [zwinkert] …“   

KTR Systems: „Danke für das interessante Gespräch, Jürn.“

 

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